YEAH3000 – Ein Employer Branding Film mit Mehrwert?


YEAH3000 – Der neue Employer Branding Spot von Axel Springer ist seit Veröffentlichung in aller Munde, und wird – natürlich – kontrovers diskutiert.

„Profillos“, „unrealistisch“, „Wunschdenken“ und „Profilierung auf Kosten anderer“ sagen die Kritiker.

Wir finden: Gut gemacht! Und kommunikativ sehr konsequent.

Warum?
Dazu muss man sich zunächst Art und Ziele des Films vor Auge rufen:

Yeah3000 ist ein Viral – und hat als solcher die einzige Aufgabe, am oberen Ende des Recruitment Funnels die Awareness für das dahinter stehende Unternehmen zu maximieren.

Jedwede profilschärfenden, geschweige denn realistischen Botschaften dürfen und müssen in einem solchen Film hinter einer aufmerksamkeitsstarken Gestaltung hinten anstehen. Extreme Übertreibung und Parodie sind dabei natürlich Instrumente, um die nötige Aufmerksamkeit zu garantieren.

Setzt man diese Kriterien an, ist der Film sehr gut gemacht! Springer hat, wie schon mit dem Spot „Media Entrepreneurs“ vor drei Jahren (siehe unten), eindeutig verstanden, wie ein echter Viral funktioniert.

Und: Durch den abschließenden Claim ist der Film mitnichten inhaltsleer – auch wenn die Suggestion sehr polarisierend ist.

Das Ergebnis spricht für Springer:
Fast 60.000 Zuschauer in weniger als 2 Wochen, von denen viele auch auf yeah3000.com, der eigenen Landingpage des Projektes, gelandet sein dürften. Insofern ist die Frage nach dem unmittelbaren Mehrwert des Filmes klar positiv beantwortet.

Wichtig ist aber natürlich: Was passiert danach? Wie kann ich die gewonnene Awareness in Consideration oder sogar in eine Konversion zur Bewerbung (Conviction) verwandeln, also das positive Momentum für meinen gesamten Recruitment Funnel nutzen?

Auch hier bleibt Springer konsequent:

Von yeah3000.com gelingt problemlos der Absprung auf das Karriereportal des Konzerns, wo das Kampagnenmotto wiederum aufgegriffen und – wichtiger noch – die polarisierende Botschaft des Virals durch Information und Fakten unterfüttert wird. Damit schafft Springer eine seriöse Basis, mit der das laute „Trommeln“ des Virals relativiert wird.

Sehr gut: Auch hier greift Springer wieder auf die Vorteile von Bewegtbild zurück und untermauert die Aussage des Spots durch authentische Testimonial-Filme.

Über einen Punkt sollte Springer allerdings vorher sehr intensiv nachgedacht haben:

Die Aussage „Alle Chancen eines Start-Ups. Aber mit Spaß an der Arbeit, der von der Arbeit kommt.“ ist genau betrachtet ein gewichtiges Versprechen, das die interne Kultur im Konzern auch halten muss. Ansonsten könnte langfristig ein fader Beigeschmack wegen leerer Worte entstehen. Denn auch hier gilt: Glaubwürdigkeit bleibt im Employer Branding das höchste Gut – und darf auch für eine hohe Awareness nicht gefährdet werden!

Ansonsten: Chapeau!

Und hier nochmal der Spot, der vor 3 Jahren bereits polarisierte:

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