Gothaer Bewerbungstipps – Wieviel „Do it yourself“ ist gesund?

Gothaer Bewerbungstipps - Wieviel "Do it yourself" ist gesund?

Gestern berichteten lead-digital.de und W&V auf Facebook über die neueste Employer Branding Maßnahme der Gothaer Versicherung.

In zwei Videos (+Trailer) werden hier No-Gos im Bewerbungsgespräch auf die Schippe genommen. Für Konzept und Umsetzung waren dabei laut Unternehmensangaben zwei Praktikanten aus der Personalmarketing-Abteilung verantwortlich.

Während sich die wenigen Kommentare auf youtube noch zurückhalten, hat das Beispiel gerade auf der Facebook-Präsenz von W&V einen regelrechten Empörungssturm losgetreten.

Die Kritiken erstrecken sich dabei (berechtigterweise) auf sämtliche Bausteine der Filme vom inhaltlichen Konzept über die visuelle Umsetzung bis hin zur Musik.

Während obige Kritikpunkte dabei klar der Umsetzung durch die Praktikanten geschuldet sind, von denen man wohl kaum eine Expertise in Kommunikation noch im Bereich professioneller Videoproduktion erwarten kann, stellen mehrere Kommentatoren darüber hinaus richtigerweise auch den Ansatz der Verantwortlichen bei der Gothaer in Frage und werfen diesen vor, verantwortungslos mit ihrer Employer Brand umzugehen.

Der Ansatz, die Mitarbeiter eng auch in den Entstehungsprozess der Videos einzubeziehen, ist dabei zunächst nachvollziehbar, schließlich ist die Mitwirkung der Mitarbeiter eine wichtige Stellschraube für die im Employer Branding essentielle Glaubwürdigkeit und Authentizität von Kommunikationsmaßnahmen.

Wie viel Verantwortung darf man den Mitarbeitern hier aber auch in der Umsetzung überlassen? Ist 100% Authentizität (wenn die Mitarbeiter die Videos in Eigenregie produzieren) automatisch gesund für die eigene Arbeitgebermarke?

Aus unserer Sicht nicht! Das Beispiel zeigt aus unserer Sicht eindrucksvoll, wie wichtig es ist, gerade im Personalmarketing die richtige Balance zwischen Partizipation und professioneller Umsetzung zu finden.

Am konkreten Beispiel: Die Praktikanten in den kreativen Prozess mit einbeziehen, das Konzept aber dann von Kommunikationsprofis abrunden lassen, damit der Inhalt nicht für Fremdscham, sonder für ein Schmunzeln sorgt. Sie im Anschluss ggf. auch als Schauspieler auftreten lassen, aber das Format professionell produzieren. Und die Praktis später noch in den Schnitt reinschnuppern lassen, anstatt sie selbst an den Schnittplatz zu setzen.

Die eigene Arbeitgebermarke sollte schlussendlich vom Prinzip her genauso geführt werden, wie eine Produktmarke. Und ein formal professioneller Auftritt ist hier in jedem Fall die Grundlage.

 

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