Testimonial Best Practice: adidas Kampagne “Herzo what?”

Manche Arbeitgeber sind weltweit bekannt – und stehen dann trotzdem vor der Herausforderung, eine ausreichende Anzahl von Talenten anziehen zu können. Im Falle des adidas Hauptquartiers in Deutschland liegt dies nicht etwa an einem Mangel an Attraktivität der Marke, sondern am ländlichen Standort.

Um dieser Herausforderung zu begegnen hat adidas im März eine (hauptsächlich) auf die Ansprache nicht-deutscher Bewerber ausgelegte Kampagne mit dem Titel “Make your move” veröffentlicht.

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Die adidas Kampagne “Herzo what?” besteht aus einer Microsite mit vier Hauptbereichen, die sämtlichst darauf ausgerichtet sind nicht nur das Unternehmen selbst, sondern vor allem “Herzo”, den eher provinziellen Standort des Headquarters des Konzerns, für die Zielgruppe attraktiv zu machen.

Die Ausgangsseite sowie alle vier Unterbereiche (Working, Germany, Living und Family) starten dabei jeweils mit einem Video, welches sehr hochwertig und dennoch technisch flüssig als Fullscreen läuft. Auf den Unterseiten erhält der interessierte Bewerber dann, außer dem Video, noch viele weitere interaktive Informationen. So kann er sich z.B. auf der Unterseite “Germany” weitere Informationen zur Geschichte des Landes, der Sprache oder der deutschen Küche einholen.

Wir interessieren uns hier natürlich besonders für den Einsatz und die Machart der verschiedenen Videos, da sie in einigen Belangen “gegen den Trend” gehen, dennoch aber aus unserer Sicht eines der positiven Beispiele dieses Jahres im Bereich der Testimonial-Produktionen darstellen.

Testimonials, Testimonials und noch mal Testimonials

Als erstes fällt hier auf:

Die Filme stechen, einzeln betrachtet, durch ihre formale Einfachheit heraus. Ganz entgegen dem aktuellen Trend, Testimonials sehr image-lastig und mit zunehmend wachsendem Produktionsaufwand zu produzieren, sind die Filme formal sehr schlicht gestaltet (mit zum Teil etwas wackelnder Schulterkamera), verzichten vollständig auf Grafik und wirken dennoch – bzw. gerade deswegen – sehr unprätentiös und sympathisch.

Die Filme (bzw. die Interviews mit den Testimonials) wurden zudem zwar an vielen unterschiedlichen Locations gedreht, was sie visuell abwechslungsreich macht, allerdings war durch die wiederkehrenden Testimonials und die größtenteils schlichten Einstellungen mit Sicherheit dennoch eine sehr effiziente Produktion gegeben. Diese schafft dadurch wiederum Raum für viele Bilder (z.T. auch aus dem Stadtleben).

Zur dennoch durchscheinenden Hochwertigkeit trägt vor allem auch der Schnitt bei, der großes Gefühl für Musik und Bildauswahl beweist.

Inhaltlich leben die Filme außerdem vom exzellenten Cast, was einmal mehr die Wichtigkeit der Aufgabe zur Auswahl geeigneter Testimonials unterstreicht.

Auch die sehr spezifische Themenwahl, die sich ebenfalls vom “gelernten” Content derzeitiger Videos unterscheidet, differenziert adidas’ Filme deutlich vom Wettbewerb.

Kurz gesagt: Wir finden die Videos machen Spaß und werten die ohnehin sehr hochwertige Kampagne trotz ihrer Einfachheit weiter auf!

Vernetzte Kampagne als hochwertiger Rahmen für den Content

adidas’ Kampagne zeigt auch, welches Potential in der konsequenten Abstimmung von Kanal und Content besteht.

Die Kampagne und die Microsite bilden hier einen so hochwertigen Rahmen, dass auch technisch „einfachere“ Filme nicht negativ auffallen, sondern dem Gesamtwerk genau das richtige Maß an Anfassbarkeit beisteuern.

In den vergangenen Monaten sind wir in Gesprächen immer wieder gefragt worden, ob man Testimonials heute noch produzieren sollte. Unsere Antwort dazu ist ein deutliches ja!

Die Frage ist nur: Wie hebe ich mich von der Masse ab?

Eine sehr gute und daher absolut zukunftsträchtige Möglichkeit hat Adidas aufgezeigt. Hut ab – wir hätten Bock auf Herzo!

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